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ANLEITUNG

KI-Agenten erstellen: was ein Agent ist und wie du deinen ersten baust

Ein Freund von mir hat einen Onlineshop. Er nutzt ChatGPT jeden Tag und wollte einen KI-Agenten, der Follow-ups an seine Lieferanten schickt. Er hat Stunden daran gesessen, ein paar hundert Euro verbrannt, und nichts lief so, wie er wollte. Dann hat er mich angerufen, und wir haben stundenlang telefoniert. Was ist ein Modell? Was ist eine API? Und wie viel Zugriff gebe ich dem Ding auf meine E-Mails? Ich bin Robin, ich programmiere seit ich zwölf bin, war CTO bei ein paar Startups und lasse heute Claude den Großteil meines Codes schreiben. Hier steht, was ich ihm erklärt habe.

Das Wichtigste in Kürze

Ein Agent macht, ein Chatbot antwortet
Ein Chatbot schreibt dir eine Antwort. Ein Agent erledigt eine Aufgabe in mehreren Schritten und benutzt dafür Werkzeuge: dein Postfach, deine Dateien, deinen Browser.
Du brauchst keine Programmierkenntnisse
Mit Claude Cowork oder n8n baust du deinen ersten Agent, ohne eine Zeile Code zu schreiben.
Fang mit einer langweiligen Aufgabe an
Etwas, das du jede Woche gleich machst. Nicht gleich „mein ganzes Business automatisieren“.
Der wichtigste Teil ist der Zugriff
Gib dem Agent nur, was er für diese eine Aufgabe braucht, und lass ihn erst Entwürfe machen, bevor er selbst etwas abschickt.

Was ist ein KI-Agent, und was ist der Unterschied zu einem Chatbot?

Wenn du ChatGPT fragst, wie du eine freundliche Erinnerung an einen Lieferanten formulierst, bekommst du einen Text. Den kopierst du, öffnest dein Postfach, suchst die Adresse und schickst ihn ab. Das ist ein Chatbot.

Ein Agent macht den Rest auch. Er schaut in deine offenen Bestellungen, findet die Lieferanten, die sich noch nicht gemeldet haben, schreibt jedem eine Nachricht und legt sie dir als Entwurf hin. Anthropic beschreibt Agenten als Systeme, bei denen das Modell selbst entscheidet, welche Schritte es macht und welche Werkzeuge es dafür benutzt. Genau das ist der Unterschied: Du sagst, was rauskommen soll, nicht jeden einzelnen Schritt.

Drei Wege, einen KI-Agenten zu erstellen

Ohne Code, sortiert danach, wie schnell du startest. Preise und Funktionen laut den Seiten der Anbieter, Stand Oktober 2026.

Claude Cowork: für den schnellsten Start
Du beschreibst die Aufgabe in der Claude-App, und Claude arbeitet sie Schritt für Schritt ab, mit deinen Dateien, im Browser und mit verbundenen Tools. Cowork nutzt laut Anthropic dieselbe Technik wie Claude Code, nur ohne Terminal. In jedem bezahlten Claude-Tarif enthalten.
n8n: für Abläufe, die jeden Tag gleich laufen
Du baust den Ablauf aus Bausteinen, einer davon ist ein KI-Agent. In der Cloud ab 20 Euro im Monat bei jährlicher Zahlung, mit 2.500 Ausführungen. Eine Version zum selbst Betreiben gibt es auf GitHub.
Microsoft Copilot Studio: für Firmen mit Microsoft 365
Agenten für Teams, Outlook und SharePoint. Copilot Studio ist eher für Firmen gedacht als für dich allein.

Schritt für Schritt: dein erster Agent

So würde ich es mit Claude Cowork machen. Mit n8n sind die Schritte dieselben, nur klickst du den Ablauf selbst zusammen.

1. Such dir eine Aufgabe, die du jede Woche machst
Zum Beispiel: offene Bestellungen durchgehen und bei Lieferanten nachhaken. Oder jeden Montag die Zahlen aus deinem Shop in eine Tabelle schreiben. Je langweiliger, desto besser.
2. Schreib den Ablauf auf, als würdest du einen neuen Mitarbeiter einarbeiten
Wo stehen die Infos, woran erkennst du, dass jemand nachhaken muss, wie klingt die Nachricht, und was soll auf keinen Fall passieren. Das ist dein Prompt. Je genauer er ist, desto weniger muss der Agent raten.
3. Gib ihm nur den Zugriff, den er braucht
Bei Cowork verbindest du einzelne Ordner, und Claude kann laut Anthropic nur in den Ordnern lesen und schreiben, die du verbunden hast. Für die Lieferanten-Aufgabe braucht er deine Bestellliste und dein Postfach, nicht deine Buchhaltung.
4. Lass ihn erst Entwürfe machen
Die ersten Wochen schickt der Agent nichts selbst ab. Er legt dir Entwürfe hin, du liest sie und schickst sie raus. Erst wenn die Entwürfe zwei, drei Wochen lang passen, lässt du ihn mehr selbst machen.
5. Plan ihn ein
In Cowork kannst du Aufgaben speichern und automatisch laufen lassen, zum Beispiel jeden Montag um acht. Diese geplanten Aufgaben laufen laut Anthropic in der Cloud, dein Rechner muss dafür nicht an sein.

Wie viel Zugriff gibst du einem KI-Agenten?

Das war die Frage, bei der mein Freund am längsten hängen geblieben ist, und ehrlich gesagt ist es die wichtigste. Ein Agent mit Zugriff auf dein Postfach kann in deinem Namen schreiben. Ein Agent mit Zugriff auf deinen Shop kann Preise ändern. Das ist der Sinn der Sache, aber auch das Risiko.

Cowork hat dafür drei Modi. Im manuellen Modus fragt Claude dich vor jeder Aktion. Im automatischen Modus prüft Claude jede Aktion selbst und blockiert, was unsicher aussieht. Und es gibt einen Modus ohne Prüfung, den Anthropic nur empfiehlt, wenn du jeder Aktion, jeder Verbindung und jeder Datei komplett vertraust. Für deinen ersten Agent: manueller Modus. Löschen darf Claude Dateien sowieso nur mit deiner Erlaubnis.

Und eine Regel, die für jedes Tool gilt: Passwörter und API-Schlüssel gehören nicht in einen Prompt und nicht in ein Dokument, das der Agent lesen kann. Ein API-Schlüssel ist so etwas wie ein Passwort, mit dem ein Programm einen Dienst auf deine Rechnung benutzen darf. Wer ihn hat, kann ihn benutzen.

Welche Beispiele gibt es für KI-Agenten?

Ein paar, die ich für den Anfang gut finde, weil sie klein sind und du sofort merkst, ob sie funktionieren: Follow-ups an Lieferanten oder Kunden, die sich nicht gemeldet haben. Ein Wochenbericht aus deinen Shop- oder Verkaufszahlen. Eingehende Anfragen sortieren und für jede eine Antwort vorbereiten. Rechnungen aus dem Postfach in einen Ordner ablegen. Eine Liste von Firmen recherchieren und die Ergebnisse in eine Tabelle schreiben.

Wie erstelle ich einen KI-Agenten in ChatGPT?

ChatGPT hat einen eigenen Agent-Modus, der im Browser für dich klickt, Seiten liest und Formulare ausfüllt. Für eine einzelne Aufgabe zwischendurch ist das gut. Für einen Agent, der jede Woche dieselbe Arbeit macht und dabei an dein Postfach und deine Dateien darf, würde ich Claude Cowork oder n8n nehmen, weil du dort genau festlegst, worauf er zugreifen darf und wann er läuft.

Was kostet ein KI-Agent?

Für den Anfang wenig. Cowork steckt in jedem bezahlten Claude-Tarif, Claude Pro kostet 20 Dollar im Monat. n8n gibt es in der Cloud ab 20 Euro im Monat bei jährlicher Zahlung. Teurer wird es, wenn ein Agent sehr oft läuft oder sehr viel liest. Dann stößt du bei Claude an die Nutzungsgrenzen deines Tarifs, bei n8n an die Zahl der Ausführungen. Fang klein an und schau dir nach einem Monat an, was du wirklich verbraucht hast.

Das ist Modul 8 in meinem Kurs

Im Kurs geht es zuerst um die Grundlagen, die mein Freund nicht kannte: was ein Modell, eine API und GitHub ist, und wie viel Zugriff du einer KI gibst. Dann baust du deine eigene App. Und im letzten Modul verbindest du deine E-Mails, deinen Shop und deine Tools mit KI-Agenten, die echte Arbeit erledigen, zum Beispiel Follow-ups an deine Lieferanten. Der Kurs ist auf Deutsch.

Weitere Anleitungen auf Deutsch

Zum Weiterlesen (englisch)

Und wenn aus deinem Agent eine App werden soll

NativeExpress ist eine fertige Handy-App als Vorlage, mit Anmeldung, Abos, Datenbank und KI-Funktionen, die schon laufen. Einmal 229 Dollar, der komplette Code gehört dir, und den Support mache ich selbst.